Stadtkapelle Wasserburg am Inn e.V.

Presse-Kritik
über das
3. "Classic OpenAir" 28.6.2008 beim Bläserfestival 2008:

Wasserburger Riesenblaskapelle

Schon zweimal hatte auf dem Wasserburger Marienplatz im stimmungsvoll historischen Ambiente ein «Classic OpenAir» benachbarter und befreundeter Blaskapellen stattgefunden.

Heuer, da die Stadtkapelle Wasserburg 55 Jahre alt wird, waren die Musikkapellen aus den Gemeinden gleichen Namens eingeladen, die Freundschaft zu ihnen ist auch schon 54 Jahre alt: Wasserburg am Bodensee und Wasserburg an der Günz, das mittlerweile von Günzburg eingemeindet worden ist. Diesmal hielt das Wetter und es wurde ein schöner Sommerabend mit viel Blasmusik. Die Musiker saßen durcheinandergemischt, nur an den Kleidern konnte man die Herkunft erkennen. Die drei Dirigenten leiteten nacheinander diese vereinte Riesenblaskapelle: Michael Kummer aus Wasserburg am Inn energisch-zackig, Walter Weihermüller aus Wasserburg an der Günz behutsam und etwas weich, Elmar Vögel aus Wasserburg am Bodensee liebevoll genau und unprätentiös. Auf dem Programm stand symphonische Blasmusik.

Es begann mit dem pompösen und harmonisch schwierigen Königsmarsch von Richard Strauss, und schon da konnte man erkennen, dass natürlich im Freien und in dieser Buntgemischtheit keine letzte rhythmische und klangliche Präzision möglich sein konnte, was aber der Gesamtwirkung nicht abträglich war. Ein bisschen melodisch populärer waren ein Verdi-Potpourri von Walter Tuschla mit den bekanntesten Melodien aus «La Traviata», «Aida», «Rigoletto» und dem «Troubadour» sowie ein Potpourri mit Melodien, die Frank Sinatra gesungen hatte, arrangiert von Jerry Nowak. Kompositionen mit höherem Anspruch waren das farben- und rhythmenreiche und leicht japanisch-exotisch klingende «Tokyo Adventure» von Kees Vlak, das «Concert Prelude» von Philip Sparke, die stimmungsvolle «Appalachian Ouverture» von James Barnes, die die «Blauen Berge» in New England musikalisch nachmalt, vor allem aber «Three Times Blood» von Fritz Neuböck: Hier wird höchst farbig dreimal die Farbe Rot musikalisch illustriert, einmal die Einsamkeit beim Sonnenaufgang in der Antarktis, dann die afrikanische Wüste mit gefährlich klappernden Klapperschlangen und schließlich ein romantisch auskomponiertes Abendrot. Dies bot allen Musikern viele Entfaltungsmöglichkeiten.

Drei klassische Märsche als Zugaben beschlossen ein Blasmusikfest in freundschaftlicher Amospäre und Gute-Laune-Stimmung.

 

Rainer W. Janka, veröffentlicht am 01.07..2008 im OVB unter Kultur in der Region (Landkreis Rosenheim)